Spedition Speditonen Köln
Eine Spedition ist ein der Logistik-Branche zuzuordnender
Betrieb. Das Handelsgesetzbuch (HGB) umreißt in den Paragrafen 453, 454 die Funktion
des Spediteurs prägnant: "Durch den Speditionsvertrag wird der Spediteur verpflichtet,
die Versendung des Gutes zu besorgen. Die Besorgung der Güterversendung umfasst
die Organisation der Beförderung und kann weitere auf die Beförderung bezogene
Dienstleistungen erfassen." Damit hat auch der Gesetzgeber im Rahmen der zum 1.
Juli 1998 vollzogenen Transportrechtsreform dem veränderten Bild der Speditionspraxis
Rechnung getragen. Nicht mehr der Einkauf einzelner Beförderungsleistungen steht
im Mittelpunkt der Definition, sondern die Organisation komplexer Dienstleistungspakete.
Der Spediteur kann dabei, wie ausdrücklich im HGB vorgesehen, Transporte auch
selbst ausführen (Selbsteintritt). Dieses so genannte Selbsteintrittsrechts wird
vor allem im Straßengüterverkehr ausgeübt, wenn auch Spediteure zunehmend Transportleistungen
von Frachtführern einkaufen. Sammelladungen zu bilden, das heißt Güter mehrerer
Versender zu sammeln, zu einer Ladung zusammenzufassen und sie mit einem Frachtvertrag
zu versenden, ist im HGB als eine Variante des Speditionsgeschäfts geregelt. Es
handelt sich hierbei um die Spediteursammelgutverkehre oder Stückgutsystemverkehre.
Eine solche logistische Bündelung hat für die Spediteure eine beachtliche wirtschaftliche
Bedeutung. Spediteure sind auch als gewerbliche Lagerhalter tätig. Sie verfügen
über umfangreiche Umschlag- und Lagerkapazitäten. Seit Mitte der achtziger Jahre
forcieren Spediteure das Logistikgeschäft. Es ist inzwischen in Form der Absatz-
und Beschaffungslogistik ein Kerngeschäft der Branche. Während beim klassischen
Speditionsgeschäft die Organisation der Güterversendung im Vordergrund steht,
sind in der Logistik "schlüsselfertige Lösungen" aus einer Hand gefragt. Immer
häufiger kaufen Industrie und Handel auch so genannte Value Added Services, Zusatz-
oder Mehrwertleistungen ein, die das logistische Basisangebot aus dem Transportieren,
Umschlagen und Lagern veredeln. Der Spediteur wird im internationalen Sprachgebrauch
auch als "freight forwarder" oder "forwarding agent" bezeichnet.
Die Spedition verfügt über ein differenziertes Leistungsangebot, mit dem sie die
inzwischen sehr komplexen Anforderungen des marktes an speditionelle Dienstleistungen
erfüllt. Die nachfolgenden Leistungsbereiche decken einen Großteil der speditionellen
Aktivitäten ab: Spediteursammelgutverkehr (Stückgutverkehr), Befrachtung fremder
Lkw, Güterfernverkehr mit eigenen Lkw (Selbsteintritt), Speditionsnahverkehr,
Bahnbefrachtung, Internationale Spedition, Luftfrachtspedition, Seehafenspedition,
Binnenschifffahrtsspedition, Binnenumschlagspedition, Gefahrgutabfertigung, Fahrzeugdistribution,
Neumöbel, Umzugsverkehr, Verteilungslagerei, Massengutlagerei, Gefahrstofflagerung,
Anlagen- und Projektspedition, Absatzlogistik, Beschaffungslogistik, Entsorgungslogistik.
Darüber hinaus gibt es weitere Spezialisierungen wie beispielsweise die Versendung
und Lagerung von temperaturgeführten Gütern, Früchte oder Pflanzen, hängender
oder verpackter Bekleidung, Papier, Medien oder Baustoffe. Das Leistungsspektrum
orientiert sich an der Nachfrage. Diversifizierung und Spezialisierung verändern
das Angebot ständig. Inzwischen erbringen bereits über 70 Prozent der Speditionsbetriebe
in Deutschland nach eigenen Angaben logistische Dienstleistungen. Die nachfolgenden
logistischen Teilmärkte haben für die Spediteure große wirtschaftliche Bedeutung:
Handelslogistik, Beschaffungslogistik Automobilindustrie, Nahrungs- und Genussmittel,
Ersatzteillogistik, Temperaturgeführte Logistik, Chemielogistik und Textillogistik.
Selbstverständlich gibt es in der Spedition weitere logistische Anwendungsfelder
mit zum Teil hochgradiger Spezialisierung, z.B. Baulogistik, Baumarktlogistik,
Gefahrgutlogistik, Warenhauslogistik, Kosmetik und Pharmalogistik, Messelogistik,
Papierlogistik, Planzenlogistik oder Printmedienlogistik.
Zusatzleistungen, Mehrwertdienste (Value Added Services) prägen das Logistikgeschäft:
Logistikberatung, Abrufsteuerung, Bestandsmanagement, Qualitätskontrollen, Zentrallagerfunktion,
Bestellabwicklung für Kunden, Konfektionierung, Montagearbeiten, Kommissionieren,
Verpacken, Etikettierung, Regalservice, Fakturierung und Inkasso, Retourenmanagement,
Tracking und Tracing, E-Fulfillment. In Deutschland arbeiten die meisten Spediteure
auf Grundlage der ADSp. Das Wort Spedition geht zurück auf italienisch spedire
= abfertigen, versenden, was seine Wurzel wiederum im lateinischen expedire =
aufbereiten, losmachen hat. Die deutschen Wörter Fuhrunternehmen und Fuhrmann
sind kaum noch gebräuchlich und finden heute ihre Entsprechung in der Bezeichnung
Transportunternehmen. Die Transportunternehmen, bspw. im nationalen und internationalen
Lkw-Verkehr, sind in den meisten Fällen als Auftragnehmer der Spediteure die Frachtführer.
In Österreich Frächter genannt, in der Schweiz als Fergger bezeichnet.